
Foo Fighters – Your Favorite Toy
Roswell / RCA Records — 24. April 2026
36 Minuten Lärm. Kein Vorwort, keine Entschuldigung, keine große Ansage. Einfach rein.
Your Favorite Toy ist das Album, das entsteht, wenn eine Band aufgehört hat zu grübeln und wieder angefangen hat zu spielen. Die Foo Fighters klingen hier wie eine Gruppe, die gerade ihren eigenen Keller gefunden hat und nicht mehr rauswill — und das ist absolut als Kompliment gemeint. Denn dieser Keller riecht nach Benzin, alten Verstärkern und dem Gefühl, dass es einem gerade egal ist, ob das jemand cool findet.
Neuer Drummer Ilan Rubin, zuvor bei Nine Inch Nails, ist dabei keine Notlösung, sondern ein echter Gewinn. Er spielt nicht wie jemand, der einen Platz ausfüllt. Er spielt wie jemand, der schon immer hier war — mit einem Drive, der das gesamte Album nach vorne schiebt und den Songs eine Dringlichkeit gibt, die man so zuletzt auf Wasting Light gehört hat. Das war 2011. Es war also Zeit.
Der Titeltrack macht sofort klar, wohin die Reise geht: kantige Gitarren, ein Groove der nicht weiß ob er tanzen oder boxen will, Grohl mit einem Unterton irgendwo zwischen sarkastisch und befreit. Das ist kein Aufwärmen — das ist die Ansage. Wer hier noch nicht wach ist, war es nie.
„Caught in the Echo“ legt dann noch einen drauf, „Of All People“ zeigt, dass die Band auch 2026 noch einen Refrain schreiben kann, der sich ins Gehirn brennt. Und „Asking for a Friend“, als Closer, erinnert daran, dass Grohl eben auch Melodien kann — wenn er will. Hier will er, und man ist froh darum.
Nicht jeder der zehn Tracks wird die Ewigkeit überdauern, zwei, drei Songs kreisen etwas zu lange um sich selbst und verlieren dabei ein bisschen den Faden. Aber das ist fast schon Prinzip: Punk war nie perfekt. Hauptsache es brennt.
Und das tut es.
Highlights: „Your Favorite Toy“, „Caught in the Echo“, „Asking for a Friend“

