Release Friday

17. April 2026

Marteria – Zum Glück in die Zukunft III

MARMUSIC / BMG — 17. April 2026

Manche Leute kommen nach zwölf Jahren zurück und tun so, als wäre nichts gewesen. Marteria kommt zurück und hat offensichtlich gelebt.

Zum Glück in die Zukunft III ist kein Comeback-Album. Comebacks brauchen Leute, die weg waren. Marten Laciny war nie weg — er hat nur nachgedacht. Und das hört man. Das Sammelsurium aus Facts und Gefühlen, das er hier vertont, ist die ehrlichste Version seiner selbst, die er je auf Platte gebannt hat. Das kostet etwas. Und das kriegt man zurück.

Direkter Einstieg, klarer Kopf

Der Opener „9 Leben“ setzt den Ton: kein Aufwärmen, kein Rumgepose — direkt rein ins Thema. Dann kommt „Captain Europa“ und erinnert daran, warum Marteria nie nur der Typ mit den coolen Beats war. Ein Kontinent, der sich zwischen Rechtsruck und Orientierungslosigkeit verliert — formuliert so, dass es sitzt, ohne zu predigen. Das ist die Kunst.

Breit, warm, laut

Die Krauts liefern dazu Produktionen, die genau wissen, wo sie hinsollen: breit, warm, mit Luft drin. Musik, bei der man automatisch lauter dreht. Schon beim ersten Hören spürt man, dass hier nicht einfach ein weiterer Teil nachgeschoben wird — Marteria schließt tatsächlich etwas ab. Mit Haltung. Mit Würde. Ohne Nostalgie-Krücken.

Der intimste Moment der Trilogie

Und dann ist da noch das Feature mit seinem Sohn Luzey. Einen Moment, in dem ein 43-Jähriger und sein 18-jähriger Sohn gemeinsam einen Track bespielen und es sich nicht eine Sekunde nach Kalkül anfühlt — den findet man selten. „Über mei’m Bett kein Poster von mei’m Dad, sondern von UFO / aber ich bin trotzdem stolz auf mei’n Papa auf’m Schulhof“ — das ist kein Rap, das ist ein Brief.

Marteria macht Marteria

ZGIDZ III ist das Album eines Mannes, der weiß, wer er ist. Keine Identitätskrise, keine krampfhaften Anbiederungsversuche ans TikTok-Zeitalter. Die ersten Teenage-Sommer der Millennials und Gen Z waren geprägt von seinen Hits — und dieser dritte Teil gibt ihnen das Gefühl zurück, ohne sie in die Vergangenheit zu sperren.

Trilogien enden selten so gut. Diese schon.

Highlights: „9 Leben“, „Captain Europa“, „MEINS!“, Luzey-Feature

Same same, but different

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