Release Friday

21. August 2026

DMA’S kommen nach Hause: Das selbstbetitelte fünfte Album ist da

Zehn Jahre nach ihrem Debüt „Hills End“ haben sich DMA’S für den vielleicht selbstbewusstesten Schritt ihrer Karriere entschieden – und ein Album nach sich selbst benannt. Seit dem 21. August 2026 ist „DMA’S“ draußen: elf Songs, größtenteils in Eigenregie produziert, aufgenommen zwischen dem eigenen Studio im Sydneyer Stadtteil Glebe und Los Angeles.

Ein Studio mit Geschichte – gefunden auf Facebook Marketplace

Die Entstehungsgeschichte des Albums ist mindestens so gut wie die Songs. Tommy O’Dell (Gesang), Johnny Took (Akustikgitarre, Backing Vocals) und Matt Mason (Leadgitarre) nahmen die Platte in ihrem eigenen Studio in Glebe auf – einem Raum, den einst die australische Rock’n’Roll-Legende Col Joye eingerichtet hatte und in dem unter anderem David Bowie, Bruce Springsteen und die Bee Gees gearbeitet haben. Gekauft haben es DMA’S von den Australian-Music-Prize-Gewinnern Hermitude, aufmerksam geworden waren sie über eine Anzeige auf Facebook Marketplace.

Dass die Band diesmal so viel selbst gemacht hat, war nicht von Anfang an der Plan. Ein Versuch mit einem Produzenten im Ausland habe schlicht nicht funktioniert, erklärte Mason gegenüber Billboard. Also übernahm das Trio selbst – unterstützt vom Grammy-nominierten Produzenten Lach Bostock (Mansionair) sowie vom norwegischen Duo Jimi Somewhere und Styalz Fuego.

Warum der Titel „DMA’S“?

Ein selbstbetiteltes fünftes Album ist eine Ansage. Für Johnny Took steckt darin vor allem ein symbolischer Heimweg: Viele Hörerinnen und Hörer hätten bei den Vorab-Singles gesagt, die Songs klängen wieder mehr nach dem frühen Material der Band – ein „Nachhausekommen“ also. Matt Mason ergänzte, man habe die Idee eines selbstbetitelten Albums ohnehin länger in der Hinterhand gehabt. Sänger Tommy O’Dell zeigte sich vor allem stolz auf den Aufnahmeprozess und darauf, dass die Platte genau so geworden sei, wie die Band sie haben wollte.

Die Singles: von verträumt bis „feral“

Den Auftakt machte am 20. März 2026 „My Baby’s Place“ – die erste Single, die DMA’S komplett selbst produziert und aufgenommen haben, verträumt, nostalgisch, mit deutlichem Shoegaze-Einschlag.

Der Kontrast folgte am 28. April: „Heatin Park“ erschien gemeinsam mit der Albumankündigung und verbeugt sich schon im Titel vor dem Manchester Heaton Park. Der Song sei aus einem alten, vergessenen Demo entstanden, das in einen neuen Sound geprügelt wurde, so Mason – aus dieser Kollision beziehe der Track seine ungezähmte Energie. Musikalisch: verzerrt, ruppig, stadiontauglich.

Am 5. Juni schob die Band „Hurracane“ nach, am 7. August folgte mit „Windows“ der letzte Vorgeschmack – eine zurückgenommene, fragile Ballade, die zu den verletzlichsten Aufnahmen der Bandgeschichte zählt.

Die Tracklist

  1. El Alamein
  2. My Baby’s Place
  3. Hurracane
  4. Killing Time
  5. Heatin Park
  6. Emailz
  7. One & Only
  8. Dancing Luck
  9. Concrete
  10. Windows
  11. Distance

Elf Songs, jeweils rund drei bis vier Minuten – ein kompaktes Album, das erste Kritiken als angenehm kurzweilig beschreiben. Der typische Indie-Rock-Kniff funktioniert auch hier: düstere Texte treffen auf verträumte, fast sommerliche Arrangements. „El Alamein“ eröffnet als Erzählung über Selbstbehauptung und Ausbruch, „One & Only“ ist mit seinen Power-Akkorden die offensichtliche Stadionhymne, „Emailz“ holt über eine Molltonart emotionale Tiefe, und „Killing Time“ fällt durch sein höheres Tempo und staccatohafte Bewegung aus dem Rahmen.

Neuer Deal, alte Stärken

„DMA’S“ ist das erste Album der Band, das über eine Partnerschaft von Wonderlick Entertainment mit Sony Music Australia und RCA UK erscheint – der erste globale Major-Deal des Trios. Die Ausgangslage dafür ist komfortabel: über 500 Millionen Streams, vier Multi-Platin-Singles, mehrere ARIA-Nominierungen (darunter Best Group 2023) und 13 Songs in den triple j Hottest 100.

Die vier Vorgängeralben – Hills End (2016), For Now (2018), The Glow (2020) und How Many Dreams? (2023) – landeten allesamt im oberen Bereich der australischen ARIA-Charts. In Großbritannien, wo DMA’S besonders früh eine treue Fangemeinde aufgebaut haben, kamen die beiden jüngsten Alben auf Platz 4 beziehungsweise Platz 3.

Live: In-Stores in UK, Heimspiel an der Oper

Zur Albumwoche spielte die Band akustische In-Store-Shows quer durch Großbritannien. Der größere Bogen folgt im Spätjahr: Von 27. November bis 3. Dezember 2026 tourt das Trio durch Australien, mit Stationen in Brisbane und Melbourne und einem Heimspiel auf dem Forecourt des Sydney Opera House. Wegen der großen Nachfrage nach der ausverkauften „Hills End“-Jubiläumsshow im März spielen DMA’S dort zusätzlich zum neuen Material auch ein eigenes „Hills End“-Set.

Fazit

„DMA’S“ ist kein radikaler Neuanfang, sondern eine Selbstvergewisserung. Eine Band, die sich ein eigenes Studio gekauft hat, den Produzenten von außen wieder rausgeworfen und danach genau die Platte gemacht hat, die sie machen wollte – melodisch unmittelbar, produktionstechnisch bewusst unperfekt und näher an den Anfängen als alles seit For Now. Wer DMA’S wegen der großen Refrains liebt, wird hier bestens bedient. Und wer die Band 2016 zum ersten Mal gehört hat, dürfte das Gefühl haben, dass sich ein Kreis schließt.

Same same, but different

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