
Grammys 2026
Grammys 2026: Bad Bunny schreibt Geschichte und die Stars werden politisch
Datum: 02. Februar 2026 | Ort: Crypto.com Arena, Los Angeles
Vergesst alles, was ich über „Business as usual“ gesagt habe. Die 68. Grammy Awards gestern Nacht waren vieles, aber nicht langweilig. Es war die Nacht, in der die Latin Music endgültig die letzte große Bastion der amerikanischen Musikindustrie einnahm – und die Nacht, in der der rote Teppich zur Protestzone wurde.
Album of the Year: El Conejo Malo gewinnt alles
Es hat Jahrzehnte gedauert, aber gestern ist die gläserne Decke zersplittert. Bad Bunny hat mit seinem Album DeBÍ TiRAR MáS FOToS (oder einfach dem „spanischen Album“, wie Trevor Noah scherzte) als erster Künstler überhaupt mit einem rein spanischsprachigen Werk den Hauptpreis Album of the Year gewonnen. Seine Rede? Ein Statement. Er begann auf Englisch, wechselte aber schnell ins Spanische, um eine feurige Botschaft gegen die aktuelle Einwanderungspolitik (Stichwort: ICE) zu senden: „We are not aliens, we are humans.“
Kendrick & SZA: Der Song des Jahres?
Während Bad Bunny das Album holte, dominierte Kendrick Lamar die Rap- und Record-Kategorien. Sein Track „luther“ (feat. SZA) wurde als Record of the Year ausgezeichnet. Es war der Moment, in dem die künstlerische Chemie zweier Giganten gewürdigt wurde. Kendrick nahm zudem den Preis für das Best Rap Album (GNX) mit nach Hause und zementiert damit seinen Status als der Rapper mit den meisten Grammys in der Geschichte (sorry, Jay-Z).
Billie Eilish & Der politische Aufschrei
Billie Eilish sicherte sich mit der Ballade „Wildflower“ den Preis für Song of the Year. Doch auch sie nutzte ihre Zeit am Mikrofon nicht für Danksagungen an das Label, sondern schloss sich Bad Bunny und Shaboozey an, um die Missstände an der Grenze zu kritisieren: „No one is illegal on stolen land.“ Es war offensichtlich, dass die Stimmung in Hollywood kippt – weg vom reinen Glamour, hin zum Widerstand.
Überraschung bei New Artist
Alle Augen waren auf die TikTok-Phänomene gerichtet, aber die Academy entschied sich für Qualität aus UK: Olivia Dean gewann Best New Artist. Sie nahm den Preis sichtlich gerührt von der Vorjahressiegerin Chappell Roan entgegen. Ein schöner Moment, der zeigte, dass echtes Songwriting am Ende doch noch zählt.
Fazit
Die Grammys 2026 werden nicht wegen der Performances (obwohl Lady Gaga und Bruno Mars toll waren) in Erinnerung bleiben, sondern wegen ihrer Haltung. Bad Bunnys Sieg ist ein kultureller Meilenstein, der längst überfällig war.
Die großen Gewinner: Bad Bunny, Kendrick Lamar, Olivia Dean
Der Verlierer: Wer auch immer gehofft hatte, die Politik würde draußen bleiben.
Photo by Getty Images for the Recording Academy®

