Fotos: Christian Hedel
Biffy Clyro Düsseldorf
Futique Tour
Emotionaler Ausnahmezustand: Biffy Clyro und die „Futique“-Tour in Düsseldorf
Datum: 31. Januar 2026 | Ort: Mitsubishi Electric Halle, Düsseldorf
Es war ein Abend, der anders verlief, als viele der 7.500 Fans in der ausverkauften Mitsubishi Electric Halle erwartet hatten. Als Biffy Clyro gestern Abend im Rahmen ihrer „The Futique“ Tour 2026 auf die Bühne kamen, fehlte ein vertrautes Gesicht. James Johnston, der Mann am Bass und ein Drittel des untrennbaren Kerns der Band, musste aus gesundheitlichen Gründen passen. Doch was ein Dämpfer hätte sein können, verwandelte die Band in einen Triumph der Gemeinschaft.
Ein neues Gesicht am Bass
Das Bühnenbild war beeindruckend: Treppen führten zu verschiedenen Podesten, die den Musikern Raum gaben, die Ebenen zu wechseln. Doch alle Augen waren auf den Bass gerichtet. Naomi Macleod, bekannt aus Simon Neils Nebenprojekt Empire State Bastard, übernahm den Part von James. Simon Neil scherzte liebevoll, Naomi habe „keine Weihnachtsferien gehabt“, weil sie Biffy-Songs büffeln musste – und das hat sich gelohnt. Sie füllte die Lücke nicht nur musikalisch exzellent, sondern wurde auch von der Band (inklusive der Touring-Veteranen Mike Vennart und Richard Ingram) und dem Publikum herzlich aufgenommen.
Hymnen und Tränen
Der Startschuss fiel mit „A Little Love“ und „Hunting Season“. Schnell wurde klar: Die Energie stimmt. Bei „That Golden Rule“ sorgten Violinen für eine extra Portion Tiefe, während „Who’s Got A Match“ die Halle erstmals zum Kochen brachte.
Der emotionalste Moment des Abends gehörte jedoch „Friendshipping“. Simon widmete den Song seinem abwesenden Bandkollegen James – ein Gänsehaut-Moment, der spürbar machte, wie eng diese Band verbunden ist. Auch bei der Ballade „Space“ gab es kein Halten mehr: Das Publikum übernahm den Refrain („Always a space in my heart…“) so lautstark, dass Simon kaum noch selbst singen musste.
Nach gut zwei Stunden und Hits wie „Biblical“, „Mountains“ und dem wilden „Wolves of Winter“ verließen Biffy Clyro die Bühne. Es war ein ungewohntes Bild ohne James, aber Naomi Macleod hat bewiesen, dass sie der Aufgabe mehr als gewachsen ist. Düsseldorf erlebte eine Band, die auch in schwierigen Momenten zusammenhält und ihre Fans glücklich zurücklässt.
Setlist:
- A Little Love
- Hunting Season
- That Golden Rule
- Who’s Got a Match?
- Shot One
- Space
- Wolves of Winter
- Tiny Indoor Fireworks
- Goodbye
- Friendshipping
- Biblical
- A Thousand and One
- Different People
- A Hunger in Your Haunt
- Black Chandelier
- Instant History
- Two People in Love
- Mountains


